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Sonne

24. März 2012

Der Spielplatz in der Wohnanlage ist leer. Vormittag. Kühle Luft und warme Sonne.

Herr Sohn läuft begeistert auf die Rutsche zu, klettert ungeschickt hinauf. Sein Papa hinter ihm, die Hände in Schutzhaltung unterm Popo. „Lass ihn doch“, sage ich, „er schafft das schon.“
Der Mini rutscht und lacht. Klettert wieder hinauf. Ganz allein. Der kleine große Mann.

21. März 2012

Zu viele Jammerposts hier. Zu wenig glückliche-Mama-Posts. Finde ich.

Fast 25 Monate laufe ich nun schon als Mama durchs Leben. Ich bin inzwischen 18 Jahre alt, im Sommer feiere ich meinen 19. Geburtstag. Wahnsinn.
Der verrückte Teenager wurde von Windeln, Schlafmangel, Rückenschmerzen, Gewissensbissen, Selbstzweifeln zu einem erwachseneren Menschen umgeformt. Ich hadere mit mir, finde mich oft langweilig, bin momentan mit der Schule komplett überfordert und würde sie am liebsten hinschmeißen, jetzt, so kurz vor dem Abschluss. Mache ich natürlich nicht. Aber ich würde gerne.

Meine Zukunft erscheint mir so ungewiss…
Früher habe ich mir immer kurze Altersabstände zwischen meinen Kindern gewünscht. Nach wie vor finde ich es schade, dass das nicht so geklappt hat. Ursprünglich wollte ich jetzt schwanger sein, kurz nach der Matura Kind Nummer zwei bekommen. Und heute sehe ich, dass ich wohl noch lange im „Hotel Papa“ leben werde. Wo kein weiteres Kind gestattet ist. Das macht mich traurig, sehr sogar.

Wann werde ich auf eigenen Beinen stehen?
Für das Studium rechne ich fünf Jahre ein. Wie weit „daneben arbeiten“ funktionieren wird? Keine Ahnung. Große Hoffnungen setze ich nicht darauf. Also noch fünf Jahre hier daheim? Der Sohn geht dann schon in die Schule. Umziehen wird dadurch wohl auch nicht gerade leichter…
Der Freund kann hier nicht einziehen. Von meinem Vater aus. Von ihm selbst aus.
Es gibt kein Kinderzimmer. (Ich möchte dann eigentlich aber nicht mit einem siebenjährigen das Zimmer teilen…)
Die Wohnsituation deprimiert mich zutiefst.

Ich werde diesen Zukunftsfrust nicht los, schleppe ihn mit mir herum und denke kaum an andere Dinge. Das bereitet mir Sorgen.

Ohne den wunderbaren Sohn würde ich mich einfach gehen lassen (können). Für ihn beiße ich mich durch, er ist mein Lebenssinn. Aber richtig Spaß macht mir das Leben nicht.

Wie fasst man das bloß in Worte?

Diese Niedergeschlagenheit und gleichzeitige „Egalität“ dem Leben gegenüber? Ich will nicht unglücklich sein. Nur kann ich mich einfach nicht dazu aufraffen, mich an den eigenen Haaren aus dem Sumpf zu ziehen…

Testkind gesucht

29. Januar 2012

Der  Holzspielzeug Shop sucht (nur noch heute, bin spät dran..) ein Testkind für dies wundervolle Holzküche, dessen Eltern dann auch einen Testbericht verfassen – da der Herr Sohn sowieso zum 2. Geburtstag eine Küche bekommen sollte, versuchen wir einfach mal unser Glück :)

Meine Identität ist weg.

28. Januar 2012

Heute so ein Tag, an dem ich meinen eigenen Spuren im Internet gefolgt bin. Ich kann mich nicht mehr mit mehr identifizieren, dem sorglosen leichtlebigen Kind, das naiv im Netz herumsprang. Was ist mit mir passiert?

Ich habe knapp nach der Geburt des Sohnes (oder war es schon davor?) meine Interessen verloren. Musik wurde uninteressant und eigentlich nicht mehr gehört, die gelesenen Bücher wurden dünner, obwohl sie früher nicht dick genug für mich sein konnten, die Chats und der Kontakt zu den meisten anderen Menschen verschwanden.

Ich fühle mich, als wäre mir mein Ich entglitten, als wäre ich ein ganz anderer Mensch, für den seine Vergangenheit nur noch ein Rätsel ist…
Mein Gedächtnis ist schlecht, meine Erinnerungen trüben sich. Nie hätte ich gedacht, dass meine Kindheit eines Tages verschwinden würden. Meine Mutter ist aus meiner Erinnerung getilgt. Wie war das Leben mit ihr? Ich erinnere mich nicht an die Zeit, in der wir frisch verlassen waren. Dumpfe, nebelige und irgendwie verschleierte Gedanken an diesen Abschnitt, ja, ich weiß, wie ich über dem Hocker gelegen habe, ich spüre noch immer Nachwirkungen dieser Hoffnungslosigkeit… Aber wo ist dieser Mensch hin, der diese Trennung nicht verkraften konnte?

Wo bin ICH?

Es fühlt sich an, als hätte ich einfach keine Identität, sondern nur ein Leben…

Jahresrückblick 2011 (ein bisschen verspätet ;) )

7. Januar 2012

1. Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr?
5
Punkte. Eigentlich geht es mir ja gut, aber andererseits war 2011 geprägt von Schulstress (Nachprüfungen) und schlechtem Gewissen dem Sohn gegenüber (im Sommer war unsere Beziehung zueinander dank der Lernerei irgendwie… anders), es gab viel Streit mit dem Freund (wegen Kleinigkeiten…), ich fühle mich einfach ausgelaugt und niedergeschlagen… Die Aufgabenverteilung läuft nicht so, wie ich mir das wünschen würde, ich bin enttäuscht von mir selbst und einfach extrem frustriert.
Ohne den Sohn hätte ich mich wohl einfach dem Selbstmitleid hingegeben, so muss ich allerdings jeden Tag bewältigen. Ich habe Verantwortung und daher keine Zeit zusammenzubrechen…

2. Zugenommen oder abgenommen?
Puh, beides. Durch die Frustfresserei wohl ein bisschen mehr auf der Waage als letztes Jahr… ;)

3. Haare länger oder kürzer?
Wahrscheinlich ein bisschen kürzer, hab‘ sie vor kurzem erst stutzen lassen. Aber ich arbeite weiter an der langen Wallemähne! ;)

4. Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Die Augen werden immer schlechter (kurzsichtig), der Ausblick in die große weite Zukunft bereitet mir höchstens Sorge. Ich frage mich, wie ich Studium, Kind, Freund und Job (haha, sofern ich arbeiten werden können…) unter einen Hut bekommen werde, ob ich überhaupt die Matura beim ersten Anlauf schaffe, wie ich mir jemals eine Wohnung leisten können soll… Diese Gedanken verursachen Panik und werden von mir verdrängt, daher auch hier: Kurzsichtig.

5. Mehr Kohle oder weniger?
Mehr Taschengeld, das aber genauso schnell ausgegeben wird wie es aufs Konto fließt… Allgemein wohl weniger Geld.

6. Besseren Job oder schlechteren?
Gleichen Job – Schülerin – nur jetzt in der 8. Klasse. Das letzte Schuljahr…

7. Mehr ausgegeben oder weniger?
siehe 5. ;)/

 

8. Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?
Hm, ich kann mich nicht erinnern, irgendeinen Preis gewonnen zu haben…
Großartige Persönlichkeitsmerkmale habe ich wohl auch nicht gewonnen, Reizbarkeit steht nämlich nicht auf der positiven Seite.

9. Mehr bewegt oder weniger?
Sportlich genausowenig wie sonst!
Aber ich glaube, im Leben des Herrn Sohn habe ich doch einiges bewegt. :)
Wir haben nach 22 Monaten unsere Stillbeziehung relativ problemlos beendet und ich habe das Gefühl, dass das ein Schritt in die richtige Richtung war…

10. Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?
Puh, ich zähle nicht!
Zu Jahresende hätte ich aber auf die Erkältung verzichten können.

11. Davon war für Dich die Schlimmste?
Wieder so psychisches Zeug. Niedergeschlagenheit und so.

12. Der hirnrissigste Plan?
Für die Nachprüfung in darstellender Geometrie kaum zu lernen… (aber hey, irgendwie hab‘ ich es doch geschafft)

13. Die gefährlichste Unternehmung?
Puh, fällt mir keine ein.

14. Die teuerste Anschaffung?
Nachhilfestunden – wie im letzten Jahr.

15. Das leckerste Essen?
Spontan sage ich einfach: Das vegane all-you-can-eat bei Xu’s Cooking. Sollte jemand in Wien vorbeischauen würde ich das Restaurant echt empfehlen. MMHHH!

16. Das beeindruckendste Buch?
„Der alte Mann und das Meer“ !!
„Schöne neue Welt“
bestimmt noch ein paar, die ich vergessen habe… (ich habe ja vor, mir in Zukunft die Titel der gelesen Bücher zu notieren.)

17. Der ergreifendste Film?
„Babys“ habe ich mit glaub‘ ich erst dieses Jahr gekauft…

18. Die beste CD?
Keine angehört…

19. Das schönste Konzert?
Keines besucht.

20. Die meiste Zeit verbracht mit?
Schule, Angst vor Schule, lernen

21. Die schönste Zeit verbracht mit?
Dem wunderbaren Herrn Sohn, dem Freund und meiner Familie
Lesen und fernsehen (Entspannung pur!)
Essen und Kochen

22. Zum ersten Mal getan?
Zwei Nachprüfungen bestanden, meinem Sohn vorgelesen

23. Nach langer Zeit wieder getan?
Ähm…

24. Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Schulstress, Diskussionen mit dem Sohn (NAAAAAAAAAAAAAAAAAIIIIIIIIIIIIIIIIINNN!!!!!!!!!), Streit

25. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Den Sohn vom Abstillen ;)

26. Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Ich habe eigentlich nur zu Weihnachten materielles verschenkt.
Ich hoffe doch, dass der Sohn meine fanatische Liebe auch als Geschenk sieht ;)

27. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Mein Kind als wunderbaren Bestandteil dieser Welt wahrzunehmen…

28. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
„Guschen.“ – Sohn möchte kuscheln.

29. Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
„Die Mama hat dich soooooooooooooo lieb.“

30. Dein Wort des Jahres?
Wuschelkopf

31. Dein Unwort des Jahres?
NAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIN!

32. Dein Lieblingsblog des Jahres?
Ich lese viele Blogs extrem gerne. Lieblingsblog gibt es nicht.

33. Zum Vergleich: Verlinke Dein Stöckchem vom vorigen Jahr!
https://fraeuleinmama.wordpress.com/2010/12/31/2010-stockchen/

Aktueller Wortschatz des Herrn Wuschelkopf.

4. Dezember 2011

Wünsche ausdrücken:
ja, jo
nein
auch
noch

„Menschen“:
Mama, Mami, anne, anni – Mama
Baba, Bapa – Papa
Oma, Uma, ‚ma – Oma
dayi – Onkel (sowohl mein kleiner Bruder als auch der Onkel seines Papas)
dede – Opa (väterlicherseits)
manni – babaanne (Oma väterlicherseits)
Tanten – meine Schwester
lala – hala (Tante väterlicherseits)
Mijam – Tagesmutter des Herrn Sohn
[Herr Sohn] – natürlich der richtige Name, nur noch nicht perfekt ausgesprochen.

Fahrzeuge:
Auto
Bus, Büs
Bagga
Kra – Kran
U-Bam – U-Bahn, Straßenbahn
Moto – Motorrad
Wajal – (Kinder)Wagerl (österreichisch verniedlicht ;) )
Boot
Tatüüüü! Tataaaa! – Feuerwehr, Polizei, Krankenwagen

Tiere:
Hund, WauWau
Tatzi – Katze
Biene
Gogodiiie – Krokodil
Maus
Sch(w)ein
Hase
Hahn
Guh – Kuh
Tija – Tiger (und alle anderen Raubkatzen)
Fosch – Frosch
Fiiisch – Fisch
Ssange – Schlange
Wal
Fiien – Delfin
Hai
Hobie – Robbe
Biba – Biber
Affe
Bija, ayi – Bär
Eis – Eisbär
Panda, Bapa – Panda (ich lache ja immer über Bapa :D)
Shiashu – Giraffe (wir sprechen es „Schiraffe“, der türkische Teil der Familie „schirafa“)
Dans – Gans
atsini – Marienkäfer (?)
Disosau – Dinosaurier
Hisch – Hirsch, Hirschkäfer
Bogogok – Oktopus

Körperteile:
Nase
Mund
Auge
Oaaah – Ohr
Bauch
Haje – Haare
Tsechi – Zechi (Zehen)
diş, aua – Zahn

Draußen:
Baum, atsch (ağac)
Mond, ai (ay)
tschitschi – Blume, Pflanze (çiçek)

Verben:
sitzen
baden
dansen – tanzen
’nziehn – anziehen
außziehn – ausziehen
anschaun – Buch anschauen
butze – putzen (meistens aufwischen…)

Adjektive:
heiß
süß
büyük – groß
nass
finsta – finster

Lebensmittel:
Bananie, mus – Banane
Mich, düt – Milch (süt)
Schoku! – das erklärt sich wohl selbst ;)
Eis!
Pitsa – Pizza (alles, was gut schmeckt, ist Pizza!)
Manini – Mandarine
Balli – Erbsen
Ssange – Fisolen (ich glaube, in Deutschland heißen die „Brechbohnen)
Guchen – Kuchen
Deks – Keks
Deese – Käse
kokuni – Karotte (ist weder Deutsch noch Türkisch… oO)
Wassa, su – Wasser
Mangu – Mango
Anana – Ananas
Butta – Butter

Das ist nur der aktiv benutzte Wortschatz (und bestimmt ist noch nicht alles dabei, vor allem bin ich mir bei den türkischen Ausdrücken nicht sicher, wie viel er schon aktiv benutzen kann, da er mit mir eigentlich nur Deutsch spricht). Herr Sohn versteht auch irrsinnig viel. Ich bin echt begeistert, wie schnell das Hirn des Minimenschen zwei Sprachen aufsaugt.
Hach. ♥

Manche Nächte

28. November 2011

Ich schrecke aus dem Schlaf hoch.

Herr Sohn hustet. Und würgt. Oh nein!
(Herr Sohn muss oft… Nun ja. Sagen wir’s so, Schleim + Milch = Würgekatastrophe…)

Rasch ziehe ich seinen Plüsch-Elmo aus der Gefahrenzone (das Ding ist nicht wirklich toll zu waschen) und versuche richtig wach zu werden, einen klaren Kopf zu bekommen. Okay. Husten. Hat er sich wohl wieder am Wochenende geholt – Nachts zu dünn angezogen, eiskaltes Zimmer – jaja, Kälte macht nicht krank, aber wenn ich eine „kalte Nacht“ hatte muss ich auch husten.
Was tun?
Hustensaft! Arme Maus.
Ich wanke zum Schreibtisch, wo ich das Zeug aufbewahre, dann schnell zurück ins Bett.
„Schhhh, Mami ist ja da…“
Die Dosierkappe lässt sich nicht abnehmen. ARGH!
Jedes Mal spüle ich das Ding aus. Der werte Freund anscheinend nicht. Ich ziehe und zerre, meine Finger tun bald furchtbar weh. Es geht nicht. Zugekleistert. GNAH!
Ich streichle den Herrn Sohn, versuche den armen hustenden Kerl zu beruhigen und… Spüre Nässe. Oh nein!
Die Windel tut ihren Dienst also auch nicht. Mist. Mist. Mist.

Ein wenig verzweifelt renne ich (im schlaftrunkenen Zustand) neue Kleidung für den Mini holen. Auf dem Rückweg drehe ich eine kleine Lampe im Zimmer an. Ohne Licht kann ich den Sohn nicht umziehen. Das ist viel zu mühsam. Herr Sohn weint nach mir. Mir ist auch nach Weinen zumute.

„Maus, Mami zieht dich jetzt schnell um. Schhh, schau, dein Pyjama ist ganz nass. Wir ziehen dir schnell was anderes an.“
„Naßß.“
„Ja.“

Der Sohn lässt sich bra ausziehen, mit Feuchttüchern abrubbeln und neu einkleiden. Dann flöße ich ihm mittels Verschlussklappe einer Trinkflasche Hustensaft ein. Herr Sohn sinkt müde ins Kissen. Ich drehe noch das Licht ab, entsorge die Windel, werfe die nasse Kleidung in die Wäsche, wasche mir schnell die Hände.

Ich bin müde, falle auch zurück ins Bett. Betrachte meinen kleinen süßen Sohn.
Manche Nächte haben es echt in sich.

Irgendwann klingt gut.

26. November 2011

Irgendwann sollte man die mal wieder sortieren.
Ich wühle im Socken-Wäschekorb.
Was ein Socken-Wäschekorb ist? Nun, ein Wäschekorb, der randvoll mit einzelnen Socken ist. Weil kein Familienmitglied besonders Lust hat, sich durch den Berg zu kämpfen. Mein Vater fischt sich seine Socken meist alle auf einmal aus dem Korb (aber er hat es auch leicht, schließlich hat er die größten Füße und damit auch die größten Socken!), meine Schwester, Herr Sohn und ich wühlen dann morgens immer hektisch im Korb herum. (Herr Sohn wühlt aus Spaß mit.)

In meiner Hand halte ich eine weiße Socke mit gelben Blümchen, eine lavendelfarbene mit weißen Streifen und eine ganz normale schwarze. Und suche das Gegenstück.
Irgendwann nehme ich mir wirklich Zeit, den blöden Korb mal zu sortieren!
Und dann lasse ich es nie wieder so …. HA! Das ist ja die zweite Lavendelsocke!

Siegreich ziehe ich davon.

Irgendwann klingt doch eh gut, oder?

Baden mit Kind (warum ich mir das niemals wieder antue)

24. November 2011

Ich schnuppere an den Haaren des Herrn Sohn.
Mmmh, Kantinegeruch. Übersetzt heißt das: Kind, du gehörst in die Badewanne gesteckt! (und ich sollte dir endlich beibringen, dass du deine Hände nicht am Wuschelkopf abwischen sollst)

Da das Kind von dem Gedanken jedoch nicht sonderlich überzeugt scheint, biete ich ihm an, dass ich mitmache. Schon wird mir ein fröhliches „Okiii“ entgegengeschmettert.
Nun gut!
Also die Ikea-Kroko-Anti-Rutsch-Matte in die grroße Badewanne legen. Hmm, halt! Die ist ja ziemlich staubig. (wie ist das denn schon wieder passiert, ich hab‘ die doch erst gesäubert?!)
Also wird zuerst die Badewanne von mir ausgewischt und DANN die Kroko-Matte („GOGODIIIE!!!“) hineingelegt. Alles ja noch nicht so viel Aufwand.

Ich lasse also endlich Wasser ein (dass das Kind eigentlich auch bald ins Bett sollte übersehe ich geflissentlich) und unterhalte mich mit dem Herrn Sohn darüber, dass der Duplo-Bagger mit in die Wanne darf, der aus Holz jedoch nicht. Der saugt sich sonst nämlich wieder mit wasser voll, das Holz quillt auf und er kann die Schaufel nicht mehr bewegen. Kind nickt, scheint meine Warnungen jedoch nicht besonders ernst zu nehmen.

Da ich befürchte, dass uns kalt wird, drehe ich schon vorsorglich den Heizstrahler an.
Und wir warten. Und warten. Und warten. (Dauert es echt immer so lang, bis die Badewanne voll ist?)

Nach endlosen Minuten (die Bettgehzeit verschiebt sich heute wohl ordentlich) klettere ich mutig ins warme Wasser, Herr Sohn wirft währenddessen schon den Duplo-Bagger hinein.
Ich hieve den 15-kg-Mann zu mir ins Wasser. Und – GNAAAAH! – den Holzbagger. „Batsch“, kommentiert der Sohn das Geräusch des untergehenden pädagogisch wertvollen Spielzeugs…

Das Ding wird von mir wieder herausgefischt und „an Land“ zum trocknen gestellt, Herr Sohn grinst frech. Ich seufze.
Na ja, wenigstens soll Baden bei Erkältungen doch irgendwie gut tun. Herr Sohn werkelt mit seinem Badespielzeug und dem Bagger herum, ich versuche mich nicht auf das Jucken an den Beinen zu konzentrieren. Jeden winter das selbe Spiel – meine Beine jucken. Und wie! Das Wasser macht das ganze irgendwie sogar schlimmer. Unauffällig kratze ich mich also. Hilft nicht! Also schiele ich nach dem Bagger des Sohnes.
Wäre bestimmt total angenehm, sich kurz mit der Baggerschaufel zu kratzen…

Gedacht, getan, ich entführe kurz die Schaufel. Hilft auch nicht. Argh.
Der Sohn fordert sie außerdem prompt zurück.

Ich versuche also weiterhin nicht daran zu denken, dass der Juckreiz unerträglich ist, und konzentriere mich stattdessen darauf, dass mir inzwischen ziemlich heiß ist. Und meine Nase läuft. Immerhin, ich kann wieder durch die Nase atmen! Also hilft Baden bei Erkältung wirklich, cool. Nur blöd, dass ich jetzt den Wunsch nach einem Taschentuch entwickle.

Sehnsüchtig spähe ich zum Waschtisch, wo ein eben solches liegt. Aber ich weiß ja, dass der Herr Sohn sofort „auuuuuuuuuuuuchhhh!“ aus der Wanne steigen wird wollen, sobald ich mich erhebe.
Andererseits wird die laufende Nase immer unangenehmer!

Schnell stehe ich auf. „Maus, bleib im Wasser, Mami holt sich nur schnell ein Taschentuch!“
Das halbe Badezimmer überflutend husche ich also die zwei Schritte zum Waschtisch und möchte mir genüsslich die Nase putzen, das „AUUUUUUUUUUUUUUUUUCHHHHHHHH!“-Gekreische des Sohns ausblendend.
Kaum fasse ich das Papiertüchlein ein ist es pitschnass – klar, ich komme ja auch gerade aus der Badewanne – aber lästig ist das doch. Erneut seufze ich.
So macht Nase putzen keinen Spaß!

Eilig klettere ich zurück zum Sohn. „Schau, ich bin ja schon wieder da. Ich geh‘ ja eh nicht weg.“
Sohn bespielt zufrieden weiter sein Spielzeug, ich leider unter der Hitze. Bei einem kurzen Kontrollblick stelle ich fest, dass auch dem Mini Schweißperlen auf der Stirn stehen.

Erneut also aus der Badewanne raus, die andere Hälfte das Badezimmers überflutet und den Heizstrahler abgedreht. (Schlafenszeit +20 Minuten)
Herr Sohn ist unterdessen der Meinung, das wir langsam „fertiiii“(g) sind.

Leider gibt es aber noch immer die…. duftenden… Haare!

„Maus, wir müssen noch Haare waschen!“ – „NAIN!“

(Die Details lasse ich nun weg, sie bestehen hauptsächlich aus „nainnain fertiiii naaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaiiiiiiiiiiin fertiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii“ und einem komlpett nassen Kind. Und einer komplett nassen Mama.)

Erschöpft verlassen wir das Badezimmer und gehen schlafen.

Für mich war das kein entspannendes Erkältungsbad, denke ich mir.

Herr Sohn hingegen singt fröhlich „baaaaaaaaaaaaden baaaaaden BAAAAAAAAAAADEN!“.

:)

Stolz

2. November 2011

Eigentlich sollte ich nicht stolz auf den Herrn Sohn sein. Also auf seine Erfolge. Denn es sind eben seine Erfolge, nicht meine.

Aber trotzdem geht mir das Herz über vor Stolz, wenn er seinen Becher umwirft („BAAAATZT!“ – gepatzt) und sich selbstständig Servietten organisiert, um die „Sauerei“ (zum Glück war es nur Wasser) zu beseitigen. Mit ernstem Gesichtsausdruck wird also die Lacke weggewischt, danach wischt er auch noch über sein Shirt, da auf dem auch Flecken zu sehen sind, und legt nach erledigtem Werk die Servietten zurück auf den Tisch.

Und ich bin so stolz auf den selbstständigen Kerl, dass ich fast heulen könnte.