Skip to content

21. März 2012

Zu viele Jammerposts hier. Zu wenig glückliche-Mama-Posts. Finde ich.

Fast 25 Monate laufe ich nun schon als Mama durchs Leben. Ich bin inzwischen 18 Jahre alt, im Sommer feiere ich meinen 19. Geburtstag. Wahnsinn.
Der verrückte Teenager wurde von Windeln, Schlafmangel, Rückenschmerzen, Gewissensbissen, Selbstzweifeln zu einem erwachseneren Menschen umgeformt. Ich hadere mit mir, finde mich oft langweilig, bin momentan mit der Schule komplett überfordert und würde sie am liebsten hinschmeißen, jetzt, so kurz vor dem Abschluss. Mache ich natürlich nicht. Aber ich würde gerne.

Meine Zukunft erscheint mir so ungewiss…
Früher habe ich mir immer kurze Altersabstände zwischen meinen Kindern gewünscht. Nach wie vor finde ich es schade, dass das nicht so geklappt hat. Ursprünglich wollte ich jetzt schwanger sein, kurz nach der Matura Kind Nummer zwei bekommen. Und heute sehe ich, dass ich wohl noch lange im „Hotel Papa“ leben werde. Wo kein weiteres Kind gestattet ist. Das macht mich traurig, sehr sogar.

Wann werde ich auf eigenen Beinen stehen?
Für das Studium rechne ich fünf Jahre ein. Wie weit „daneben arbeiten“ funktionieren wird? Keine Ahnung. Große Hoffnungen setze ich nicht darauf. Also noch fünf Jahre hier daheim? Der Sohn geht dann schon in die Schule. Umziehen wird dadurch wohl auch nicht gerade leichter…
Der Freund kann hier nicht einziehen. Von meinem Vater aus. Von ihm selbst aus.
Es gibt kein Kinderzimmer. (Ich möchte dann eigentlich aber nicht mit einem siebenjährigen das Zimmer teilen…)
Die Wohnsituation deprimiert mich zutiefst.

Ich werde diesen Zukunftsfrust nicht los, schleppe ihn mit mir herum und denke kaum an andere Dinge. Das bereitet mir Sorgen.

Ohne den wunderbaren Sohn würde ich mich einfach gehen lassen (können). Für ihn beiße ich mich durch, er ist mein Lebenssinn. Aber richtig Spaß macht mir das Leben nicht.

Wie fasst man das bloß in Worte?

Diese Niedergeschlagenheit und gleichzeitige „Egalität“ dem Leben gegenüber? Ich will nicht unglücklich sein. Nur kann ich mich einfach nicht dazu aufraffen, mich an den eigenen Haaren aus dem Sumpf zu ziehen…

Advertisements
6 Kommentare leave one →
  1. Jona permalink
    21. März 2012 10:30 pm

    Hi… Ich hab deinen Kommentar hier gelesen und mich in vielem doch wiedererkannt. Ich wurde mit 19 schwanger und war dann alleinerziehend, habe zuerst 6 Monate mit bei meiner Mutter gewohnt (eigentlich war ich mit 17 bereits von zuhause ausgezogen) und bin dann mit meiner Tochter in eine eigene Wohnung gezogen… Diese Phase, die du beschreibst, die gehört dazu, du wirst nun tatsächlich erwachsen und deine Prioritäten verschieben sich. Das fühlt sich erstmal an, als wenn man sein ICH verliert. Das ist aber nicht so, es verändert sich nur, keine Angst… Wichtig ist, dass du dir ein klares Ziel steckst, dass du herauszufinden versuchst, wer du wirklich bist, was du willst und dann einfach mit Elan in die Zukunft streben.
    Ich bin heute bereits 30, werde im Sommer 31 Jahre alt, habe inzwischen 2 wunderbare Töchter, bin wieder alleinerziehend und genieße es! Es hat Vorteile: Niemand, der einem irgendwo reinreden kann, keine Erziehungskonflikte mit Partnern und niemand, der einem das abendliche Fernsehprogramm vorschreiben kann. *grins*
    Bei mir hat die Entscheidungsfindung, was ich von meinem Leben erwarte, recht lange gedauert. Erst 3 Jahre nach der Geburt meiner großen Tochter wusste ich in Ansätzen, was ich will und habe mein Abitur in Angriff genommen. Leider wurde ich dann chronisch krank und konnte es nicht zuende bringen. Dann kam meine jüngere Tochter und eine Horrorzeit mit meinem Ex und dann stand ich mit 2 Kindern (eines davon ernsthaft chronisch krank) alleine da. Erst vor anderthalb Jahren konnte ich meinen Traum der Zukunft weiter verfolgen und mein Wille ist ungebrochen, auch wenn ich selbst von meiner engeren Familie ausgeschlossen bin aufgrund meines Lebenslaufes (sprich: so früh Kinder zu bekommen). Im nächsten Monat sind meine Abi-Prüfungen und ich bin tierisch aufgeregt, aber zuversichtlich, denn trotz aller Widrigkeiten stehe ich momentan auf 1,2 … Und im Oktober dann geht´s endlich ins Studium… Mein Leben startet vorwärts und das aus meiner eigenen Kraft. Was für ein wundervolles Gefühl…
    Erlaube es dir, stolz auf dich zu sein! Du hast einen Sohn, schaffst deine Schule und hast Ideen, wie es weitergehen kann. Das ist mehr als die meisten alleinerziehenden Teeny-Mütter. Meinen Respekt hast du! Falls du mal quatschen willst, Erfahrungen austauschen oder so, kannste hier im Kommentar schreiben…
    Liebe Grüße!
    Jona

  2. Jona permalink
    22. März 2012 12:36 pm

    Übrigens, ich habe hier noch etwas gefunden. Vielleicht kennst du das ja schon; ich kenne mich in Österreich nicht so besonders aus, könnte mir aber gut vorstellen (und meine auch, es so gelesen zu haben auf der Website), dass du für ein Studium „Studienförderung“ beantragen kannst. Damit wäre es dir möglich, in eine eigene Wohnung zu ziehen mit deinem Kind. — Schau einfach mal hier nach: http://www.stipendium.at/

    Bei uns in Deutschland heißt das übrigens „BaföG“, welches jeder Student, wo die eigenen Eltern keinen Unterhalt zahlen können (oder man eben selbst schon Mutter ist) erhält, plus Kinderzuschläge sowie Krankenkassenzuschläge…

    Kindergeld oder sowas könntest du auch noch erhalten für dich und deinen Sohn, wenn es sowas bei euch gibt (bei uns gibt´s das –> 184 Euro pro Person pro Monat)

    Und einen kleinen Nebenverdienst dürftest du neben der Studienförderung wohl auch noch haben…

    Ich erhalte zur Zeit BaföG mit Kinderzuschlag, Kindergeld für meine 2 Mädels, Unterhalt für meine kleine Tochter von ihrem Vater, für meine große Tochter noch Sozialgeld, weil der Vater keinen Unterhalt zahlt UND ich erhalte noch einen Alleinerziehenden-Zuschlag vom Arbeitsamt. Summa summarum macht das insgesamt jeden Monat 1731 Euro !!! Davon kann man eine eigene Wohnung und den Lebensunterhalt sichern, denke ich… :) Informier dich mal bei euch, wie gesagt, vielleicht ist das bei euch auch möglich!

    • 24. März 2012 7:15 am

      Vorab: Vielen Dank für deine ausführlichen Kommentare ♥

      Ich bin zum Glück „nicht ganz“ alleinerziehend, der Freund wohnt halt nicht bei uns, dadurch bleibt viel Alltagskram an mir hängen.

      Ohne meinen Vater hätte ich wohl die Schule abgebrochen, ihm verdanke ich es, dass ich jetzt bald (hoffentlich) meinen Schulabschluss mache. War nicht mein Ziel, sondern das meiner Eltern. Zum Glück!
      Das Studium ist das meine Entscheidung, mein Weg. Nur wie das klappt weiß ich noch nicht, eben weil so viel alltägliches nur in meiner alleinigen Verantwortung liegt… Seufz.

      Stolz auf mich bin ich eigentlich überhaupt nicht, weil ich eben nicht an mein Ideal-Ich herankomme. Ich wäre gern besser in der Schule, geduldiger mit dem Sohn, glücklicher mit meiner Lebenssituation. Meine Mutter und meine Schwiegermutter nehmen mir den Kleinen sehr viel ab, was das Gefühl, eigentlich nichts selbst zu erreichen, verstärkt… Seufz zum zweiten.

      Stipendien in Österreich sind so eine Sache. „Entweder deine Eltern sind tot oder arm.“ – anders bekommt man kaum was. Und ich stamme aus einer gutverdienenden Schicht, das heißt, dass meine Chancen auf ein Stipendium eher gering sind. Vielleicht bekomme ich so einen Elternbonus, aber das wars schon (besser als nichts auf jeden Fall!)…
      Der Freund hat hingegen ziemlich gute Aussichten auf ein Stipendium, der kann aber erst ein Jahr später zu studieren anfangen, weil er erst Bundesheer/Zivildienst machen muss…
      Aktuell wird unser Kindergeld von den Tagesmutterkosten aufgefressen. Betreuungskosten werden aber weiterhin anfallen, das Geld brauche ich also gar nicht für Wohnung oder ähnliches einkalkulieren…

      Ich bin so froh, wenn ich endlich den Schulabschluss hinter mir habe, mich hinsetzen und „alles durchrechnen“, in Ruhe planen kann.
      Vielleicht finde ich ja einen Weg aus der Unglücklich-Sei-Sackgasse… ;)

      Nochmals vielen Dank für deine Kommentare, ich hab mich sehr über sie gefreut. ♥

  3. anneherz permalink
    24. April 2012 3:01 pm

    Wenn ich noch einmal studieren müsste, ich würde ein duales Studium anstreben. Da kriegst du vom ersten Jahr an ein relatives gutes Gehalt und die ganzen Studiengebühren werden auch von der Firma gezahlt. Solche Plätze sind zwar sehr begehrt… aber ich hoffe das spornt dich zusätzlich an, und du machst deinen Abschluss mit ganz wunderbaren Noten! Ich drücke dir jedenfalls die Daumen! Und keine Sorge! So Phasen machen viele durch!

    • 25. April 2012 11:37 am

      Meine Noten werden nicht so berauschend sein, dafür war mir dieses Jahr einfach zu viel… Hier in Österreich ist das System auch bisschen anders, wir haben ganz niedrige Studiengebühren (die sowieso von meinen Eltern übernommen werden bzw. vom Kindergeld für mich abgedeckt werden)..,
      Job und Studium wären mir zu viel. Momentan zumindest.

  4. 22. Mai 2012 12:26 pm

    Ja. Ich denke, dass das schon für Singles eine echte Doppelbelastung ist, und für Familien einfach praktisch unmöglich!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: